Dr. Merle Clasen (Leitung), Christine Weghoff, Olaf Pyras

Flüchtlinge und Einheimische musizieren zusammen

- miteinander singen, gemeinsam trommeln, aufeinander hören

Montag, 12. September 2017   |   19:00 Uhr   |   Elisabethkirche

Eintritt frei. Über eine Spende freuen sich die Veranstalter.

In einem außergewöhnlichen Zusammenspiel von Kunst und Integration bieten die Veranstaltungsreihen „Statik der Resonanz. Anne Gathmann in der der Elisabethkirche“ und „Wir schaffen das! Aber wie? Wege zur Integration“ einen Raum und eine Zeit des Miteinander-Musizierens:


In allen Kulturen und zu allen Zeiten singen und musizieren Menschen, um sich auszudrücken - ihre Freude am Leben, ihre Klage, ihre Hoffnung, ihre Sehnsüchte. Gemeinsam singen löst sicher keine praktischen Probleme, lindert keine direkt Not, ermöglicht aber eine Erfahrung der tieferen und grundsätzlicheren Verbundenheit zwischen uns Menschen.
Wir suchen und erleben hoffentlich im gemeinsamen Musizieren eine Einfachheit, die wir auch sonst - im weiteren Miteinander - suchen sollten. Gemeinsam singen, miteinander trommeln, aufeinander hören machen erlebbar, dass Sprachbarrieren aufgehoben werden können, wenn wir unsere anderen Sinne sprechen lassen, unsere Augen und unsere Ohren, und versuchen gemeinsam den Puls der Musik, den Puls des Lebens zu fühlen.


Kooperation zwischen Kunst und Integration
Die Veranstaltung "Flüchtlinge und Einheimische musizieren zusammen" ist einerseits Teil der Reihe „Wir schaffen das! Aber wie? Wege zur Integration“ der Katholischen Kirche Kassel. Die Reihe, die von der Plansecur-Stiftung und vom Bistum Fulda gefördert wird, widmet sich seit 2016 aus unterschiedlicher Perspektive der Grundsatzfrage, wie Stadt und Land mit Menschen umgehen, die hierher flüchten, und wie ihre Integration gut gelingen kann. Andererseits findet das Miteinander-Musizieren im Begleitprogramm zu Installation „Statik der Resonanz. Anne Gathmann in der Elisabethkirche“ statt. Wie reagiert der Kirchenraum auf die Installation? Zu was bewegt die geschwungene Linie die Betrachterinnen und Betrachter und all die Menschen, die in diesem außergewöhnlichen Raum musizieren? Was hat Gott mit Kunst zu tun - und umgekehrt? Wer ist eigentlich der „schöpferische Mensch“? Und muss er im Mittelpunkt stehen? Das sind nur einige der Fragen, die Stoff für die Konzerte und die sonntäglichen Vorträge bieten.

Dr. Merle Clasen (Foto__www.merleclasen.de

Dr. Merle Clasen stammt gebürtig aus Eutin und ist Musik- und Religionpädagogin, Musikwissenschschaftlerin und Künstlerin. Sie arbeitet als Seminarleiterin für Akademien, Weiterbildungseinrichtungen, Stiftungen und Gemeinden, ebenso als Dirigentin und Referentin für Stimmbildung & Chorgesang, sowie als Sängerin im Klassik- und Jazzbereich und mit eigenen Chansonprogrammen.
Sie war Promotionsstipendiatin bei Villigst und promovierte interdisziplinär über die Brecht/Weill- Kooperation und verknüpfte theologische, musikwissenschaftliche und literaturwissenschaftliche Zusammenhänge zur Entschlüsselung religiös geprägter kultureller Codes in Text und Musik.
Menschen dabei zu unterstützen, die eigene Stimme ganzheitlich zu entdecken und als kreatives Instrument zu erleben, Verständnis für musikwissenschaftliche Zusammenhänge zu wecken und Verstehensbrücken zu bauen, sowie die Liebe zum eigenen musikalischen Tun durchzieht alle Bereiche ihrer Arbeit.

Christine Weghoff (Foto__provat)

Christine Weghoff ist freiberufliche Musikerin (Komposition, Klavier, Akkordeon). Sie arbeitete als Schauspielmusikerin an verschiedenen Bühnen, schrieb Filmmusiken (arte) und produzierte eigene experimentelle MusikTheater-Produktionen. (Foto © Karl-Heinz Mierke)

2011 gründete sie gemeinsam mit Constanze Betzl das Büro für Konzertpädagogik und Musikvermittlung. In Schulprojekten werden Kompositionen mit Schülern und Schülerinnen entwickelt. 2011 entstand die eigene Kinderkonzertreihe "Valsche Fögel hören ..." in Zusammenarbeit mit dem Bauchredner Peter Dietrich und Kasseler MusikerInnen.

2012 erhielt Christine Weghoff gemeinsam mit Olaf Pyras den Kulturförderpreis der Stadt Kassel für das Kompositionsprojekt "neue töne für junge ohren".

Olaf Pyras (Foto__privat)

Olaf Pyras studierte Musik und Kunst in Kassel sowie Schlagzeug bei Stephan Froleyks in Münster. Kompositionsstudien bei Reinhard Karger. Engagements am Staatstheater Karlsruhe, Staatstheater Hannover, Staatstheater Kassel. Schauspiel Frankfurt. Zusammenarbeit mit F.K. Waechter.

Pyras ist Mitbegründer der Reihe achtmal alte brüderkirche in Kassel für aktuelle Kunst, Musik und Sprache. Als Interpret und Komponist erhielt er Einladungen zu zahlreichen internationalen Festivals. Mit dem Trio Omphalos widmet er sich der zeitgenössischen Kammermusik und Musikprojekten. Mit dem preisgekrönten Kompositionsprojekt "neue töne für junge ohren – Komponieren mit Kindern und Jugendlichen" wendet sich Olaf Pyras gemeinsam mit Christine Weghoff dem themenbezogenen Erarbeiten zeitgenössischer Musik zu.

Lehrtätigkeit am Institut für Musik der Universität Kassel und der Universität der Künste Berlin.

 
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